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Der Jagdgebrauchshundverband ist die einzige Organisation auf dem Gebiet des Hundewesens und der Jagd, die die beiden Kriege dieses Jahrhunderts und alle Wirnisse der Zeit ohne Auflösung und Zersplitterung überstanden hat. Schon vor der Revolution des Jahres 1848 wurden die ersten Jagdhundevereine in Deutschland gegründet. Im Jahre 1879 wurde die "Delegierten-Commission" (DC) ins Leben gerufen. Daran waren fünf Vereine beteiligt, die jeweils Delegierte in die Hauptversammlung entsandten. Der DC stellte Rassekennzeichen für Jagdhunde auf, später auch für Nichtjagdhunde. Das erste Hundestammbuch, das "Deutsche Hundestammbuch" für alle Hunderassen, wurde eingerichtet. Das Schwergewicht der Bestrebungen der DC richtete sich jedoch immer mehr auf den selbstzweckbestimmenden Hundesport und entfernte sich vom zweckbedingten Jagdhundewesen. Das führte zu einer Trennung und im Jahre 1899 zur Gründung des "Verbandes der Vereine für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd", dem späteren Jagdgebrauchshundverband. Im Jahre 1933 wurde eine Einheitsorganisation des deutschen
Hundewesens unter autoritärer Führung befohlen, der "Reichsverband für das
Deutsche Hundewesen" (RDH). Von jenem Zeitpunkt ab (1937) führt der Verband die Bezeichnung "Jagdgebrauchshundverband" (JGHV) Nach einer Kriegsbedingten Zwangspause nahm der JGHV seine Arbeit im Jahre 1949 unter Beteiligung der Delegierten jagdkynologischer Vereine aus den drei Westzonen wieder auf. Mit diesem Wiederbeginn nach dem Zweiten Weltkrieg war der erneute Anstoß gegeben für eine kontinuierliche Fortentwicklung des immer stärker werdenden JGHV bis zur Wiedervereinigung. Nach der Wende des Jahres 1989 wurde am 20. Mai in Motzen bei Berlin der "Jagdhundverband der DDR" ins Leben gerufen. Dieser "JHV" strebte von vornherein eine Fusion mit dem JGHV und das Ziel an, für die Zukunft den JGHV als alleinige Spitzen- und Dachorganisation auf dem Gebiet des gesamten Jagdgebrauchshundewesens Deutschlands anzuerkennen. Der Weg dazu wurde in einer gemeinsamen Vereinbarung gefunden. Wenige Wochen später wurde der JHV auf dem Verbandstag 1991 des JGHV "übernommen", so daß seit dem 24. März 1991 die Einheit auf dem Gebiet des Jagdgebrauchshundwesens in Deutschland wieder hergestellt war. Die grundsätzliche Bedeutung des JGHV hat sich seit der Gründung bis zum heutigen Tage nicht geändert. Der JGHV war nie Selbstzweck, sondern verstand und versteht sich als ein in das allgemeine Jagdwesen integriertes besonderes Instrument zur Pflege des Jagdgebrauchshundwesens. Neben dem JGHV als der Spitzen- und Dachorganisation für das gesamte Jagdgebrauchshundwesen in der Bundesrepublik existiert der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Als Spitzen- und Dachorganisation aller anderen Hundezuchtverbände außer den Jagdhunden, insbesondere für das Ausstellungswesen, vertritt er die Bundesrepublik Deutschland in der Weltorganisation (FCI) Federation Cynologique Internationale. Satzungsgemäß ist der JGHV die Dachorganisation der Jagdgebrauchshund-,
Prüfungs- und Zuchtvereine sowie der Landesjagdverbände und ihrer Gliederungen
in der BR Deutschland, soweit diese Mitglieder sind. Er setzt sich zusammen
aus Vereinen, die Prüfungen nach den Ordnungen des Verbandes veranstalten,
Zuchtvereinen sowie assoziierten Vereinen des Auslandes.
Organe des Verbandes sind die Hauptversammlung, das Präsidium, das erweiterte Präsidium, das Verbandsgericht und die Stammbuchkommission. Der JGHV geht davon aus, aß ohne einen brauchbaren Jagdhund
eine waidgerechte Jagdausübung aus jagdethischen (tierschutzgerechten) und
jagdwirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist. Satzungsgemäß hat er sich
deshalb die Aufgabe gestellt, alle Vereine zusammenzuschließen, die durch
Prüfung, Zucht, belehrende Tätigkeit für die Beschaffung brauchbarer Jagdhunde
sorgen und damit dem waidgerechten Jagen dienen sollen.
Weitere Einzelheiten über die Geschichte des JGHV und vieles Andere um den Jagdgebrauchshund können Sie dem Buch Heinrich Uhde - "Das Jagdgebrauchshundewesen"entnehmen. |